22.776 Bürger haben unterschrieben. Jetzt muss die Landesregierung endlich liefern.

Nordhausen/Erfurt, 8. September 2026. Die Botschaft der zweistündigen Anhörung zur Petition „Bäder in Not“ im Thüringer Landtag hätte deutlicher kaum sein können: Die Thüringer Schwimmbäder brauchen endlich eine verlässliche und dauerhafte Finanzierung durch das Land. 22.776 Bürgerinnen und Bürger haben die Petition unterschrieben. Mehr als 30 kommunale Hallenbäder haben sich zu der Initiative zusammengeschlossen, auch das Badehaus Nordhausen ist dabei. Gefordert werden unter anderem 30 Millionen Euro jährlich für die kommunalen Bäder, eine Bäderkonzeption 2040 sowie ein ständiger Ansprechpartner des Landes und schnelle Entscheidungen.

Für die Nordhäuser Stadträtin und Landtagsabgeordnete Kerstin Düben-Schaumann ist das ein längst überfälliger Schritt: „Es reicht jetzt! Die Landesregierung kann nicht ständig von Daseinsvorsorge, Teilhabe und sozialer Verantwortung reden und gleichzeitig zusehen, wie unsere Schwimmbäder finanziell ausbluten.“

Schwimmbäder seien kein Luxus. Hier lernen Kinder schwimmen, hier findet Schul- und Vereinssport statt, hier werden Menschen im Rahmen von Prävention und Rehabilitation behandelt. Die Initiative verweist auf Millionen Besucher jährlich und rund 40.000 Kinder, die in Thüringen jedes Jahr das Schwimmen lernen.

„Bei einem Kind, das nicht schwimmen kann, geht es im schlimmsten Fall um Leben und Tod. Wer beim Schwimmenlernen spart, spart an der falschen Stelle“, erklärt Düben-Schaumann.

Umso unverständlicher sei es, wenn gleichzeitig für politische Programme, Förderprojekte und ideologisch geprägte Vorhaben erhebliche öffentliche Mittel bereitgestellt würden.

„Wenn der Staat Geld für immer neue NGO-Projekte, politische Kampagnen und ideologische Programme findet, dann muss er auch Geld für funktionierende Schwimmbäder finden. Und wenn Milliarden aus Deutschland in Projekte in aller Welt fließen, während Kommunen hier vor Ort nicht einmal mehr wissen, wie sie ihre Bäder offenhalten sollen, dann stimmt etwas ganz grundlegend mit den politischen Prioritäten nicht.“

Düben-Schaumann fordert deshalb eine klare Prioritätensetzung:

„Erst die eigene Bevölkerung, dann alles andere. Unsere Kinder müssen schwimmen lernen können. Unsere Vereine brauchen Trainingsmöglichkeiten. Unsere Kommunen brauchen eine verlässliche Infrastruktur. Das ist konkrete Politik für die Menschen – und nicht irgendein abstraktes Förderprojekt, dessen Nutzen für die Bürger vor Ort kaum nachvollziehbar ist.

Für Theater- und Kulturförderung werden wie selbstverständlich Millionen bereitgestellt. Das kann man politisch vertreten. Aber dann darf man nicht gleichzeitig behaupten, für unsere Schwimmbäder sei kein Geld vorhanden.

Die Landesregierung hat im Doppelhaushalt 2026/27 einmalige Mittel für die Bäder vorgesehen, 8 Millionen Euro im Jahr 2026 und 6 Millionen Euro im Jahr 2027. Das löst das grundlegende Problem jedoch nicht. Wir brauchen eine dauerhafte Finanzierung. Die kommunalen Träger können diese Aufgabe angesichts steigender Energie-, Personal- und Instandhaltungskosten nicht dauerhaft allein stemmen.“

Besonders bitter sei die Situation in Nordhausen. Das Salzaquellbad verfällt weiter, während das Oberzentrum Nordthüringens weiterhin über kein eigenes funktionierendes Freibad verfügt.

Düben-Schaumann kritisiert in diesem Zusammenhang auch die fehlende Präsenz von Oberbürgermeister Buchmann bei der Anhörung in Erfurt:

„Ich hätte mir gewünscht, dass unser Oberbürgermeister die Gelegenheit nutzt und in Erfurt persönlich für Nordhausen kämpft. Wenn es um die Zukunft unserer Bäder und damit um die Lebensqualität der Nordhäuser geht, sollte die Stadtspitze ruhig mal sehen lassen.“

Für Düben-Schaumann ist das Ergebnis der Petition ein unmissverständlicher Auftrag:

„Die Landesregierung muss endlich entscheiden, welchen Stellenwert die Schwimmbäder im Freistaat tatsächlich hat. Wer Milliarden für fragwürdige politische Projekte und internationale Vorhaben aufbringen kann, der muss auch 30 Millionen Euro jährlich für die Rettung unserer Thüringer Schwimmbäder aufbringen können. Das ist eine Frage der Prioritäten und des politischen Willens!“

Kerstin Düben-Schaumann, AfD
Stadträtin der Stadt Nordhausen
Mitglied des Thüringer Landtages