Die AfD-Fraktion im Stadtrat Nordhausen hat einen Antrag zur Erarbeitung eines strategischen Personalentwicklungskonzepts mit Zeithorizont 2035 eingebracht. Das Konzept soll die Stadtverwaltung im Rahmen des laufenden Haushaltskonsolidierungsprozesses zukunftsfähig aufstellen.
„Die Personalkosten stellen einen wesentlichen und stetig wachsenden Anteil des städtischen Haushalts dar“, erklärt Fraktionsvorsitzender Frank Kramer. „Ohne strategische Planung besteht die Gefahr kurzfristiger und unsystematischer Konsolidierungsmaßnahmen. Unser Antrag schafft Transparenz und ermöglicht faktenbasierte Entscheidungen.“
Kernpunkte des Antrags
Der Antrag sieht eine umfassende Bestandsaufnahme der aktuellen Personalstruktur vor, einschließlich Aufgabenbereichen, Vollzeitäquivalenten und Personalkosten je Organisationseinheit. Eine systematische Aufgabenkritik soll bewerten, welche Tätigkeiten gesetzlich verpflichtend sind, strategische Bedeutung haben oder tatsächliche Wirkung für Bürgerinnen und Bürger entfalten.
Innerhalb von zehn Jahren soll eine Reduzierung der Personalkosten um etwa 10 Prozent erreicht werden – sozialverträglich durch natürliche Fluktuation, Nichtwiederbesetzung von Stellen sowie Qualifizierung und Umsetzung von Mitarbeitenden. Kein Stellenabbau per Kündigung ist vorgesehen.
Digitalisierung und Prozessoptimierung
Besonderes Augenmerk legt der Antrag auf die Optimierung von Verwaltungsprozessen, Entbürokratisierung sowie verstärkte Digitalisierung und Nutzung moderner IT- und KI-Anwendungen. Die sogenannte Meta-Ebene der „Verwaltung der Verwaltung“ soll kritisch geprüft und auf ein erforderliches Mindestmaß begrenzt werden.
Vergleich mit anderen Kommunen
Um fundierte Entscheidungen zu ermöglichen, sollen geeignete Vergleichskommunen ähnlicher Größe und Struktur identifiziert werden. Kennzahlen wie Personalquote, Aufgabenverteilung und Leistungskennzahlen sollen als Orientierung dienen.
Beteiligung und Transparenz
Der Personalrat soll frühzeitig eingebunden, die Fachausschüsse regelmäßig informiert werden. Das fertige Personalentwicklungskonzept ist dem Stadtrat bis spätestens 30. Juni 2026 zur Beschlussfassung vorzulegen. Eine regelmäßige Evaluierung soll die Zielerreichung überprüfen.
„Unser Antrag verfolgt ausdrücklich nicht das Ziel eines undifferenzierten Stellenabbaus, sondern die nachhaltige Modernisierung der Stadtverwaltung im Interesse der Bürgerinnen und Bürger sowie der finanziellen Stabilität unserer Stadt“, betont Kramer.
Häufig gestellte Fragen zum Personalentwicklungskonzept 2035
„Das ist ein Sparprogramm auf dem Rücken der Beschäftigten.“
Der Antrag sieht keinen Stellenabbau per Kündigung vor.
Vorgesehen ist eine sozialverträgliche Entwicklung über 10 Jahre:
- natürliche Fluktuation,
- Nichtwiederbesetzung,
- Qualifizierung und Umsetzung.
Ziel ist nicht weniger Menschen, sondern besser eingesetzte Ressourcen.
👉 Beschäftigte werden nicht abgebaut, sondern zukunftsfähig aufgestellt.
„Die Verwaltung ist jetzt schon überlastet – weitere Einsparungen gefährden die Leistungsfähigkeit.“
Genau deshalb fordert der Antrag eine systematische Aufgabenkritik.
Überlastung entsteht häufig durch:
- Doppelstrukturen,
- unnötige Bürokratie,
- interne Steuerungsebenen.
Durch Digitalisierung, Prozessoptimierung und klare Priorisierung können Mitarbeitende entlastet werden.
👉 Weniger ineffiziente Strukturen bedeuten mehr Zeit für Kernaufgaben.
„Aufgabenkritik ist subjektiv und politisch motiviert.“
Der Antrag fordert ausdrücklich:
- objektive Kriterien,
- messbare Wirkungen,
- Orientierung an Pflichtaufgaben und Gemeinwohl.
Zusätzlich:
- Vergleich mit anderen Kommunen,
- transparente Berichterstattung,
- Beteiligung der Fachausschüsse.
👉 Entscheidungen sollen daten- und wirkungsbasiert, nicht ideologisch getroffen werden.
„10 % weniger Personalkosten sind unrealistisch.“
Die Reduktion ist auf 10 Jahre verteilt.
Sie entspricht grob:
- altersbedingten Abgängen,
- Effizienzgewinnen durch Digitalisierung,
- organisatorischen Anpassungen.
Vergleichbare Kommunen haben ähnliche Ziele bereits erreicht.
👉 10 % in 10 Jahren ist maßvoll, realistisch und verantwortungsvoll.
„Der Antrag greift unzulässig in die Organisationshoheit der Verwaltung ein.“
Der Stadtrat hat:
- Budget- und Steuerungsverantwortung,
- das Recht, strategische Leitlinien vorzugeben.
Die konkrete Ausarbeitung bleibt Aufgabe der Verwaltung.
Der Antrag gibt Ziele und Rahmen, keine Detailanweisungen vor.
👉 Strategie ist Sache des Stadtrats – Umsetzung Sache der Verwaltung.
„Ein solches Konzept bindet zusätzliche Ressourcen und kostet erst einmal Geld.“
Kurzfristiger Aufwand ist richtig – aber:
Ohne Strategie entstehen dauerhaft höhere Kosten.
Ein fehlendes Konzept führt zu:
- ungeplanten Stellenmehrungen,
- ineffizientem Mitteleinsatz,
- kurzfristigen Notlösungen.
👉 Wer heute nicht investiert, zahlt morgen doppelt.
„Digitalisierung und KI können Verwaltung nicht ersetzen.“
Niemand behauptet, dass Technik Menschen ersetzt.
Ziel ist:
- Unterstützung bei Routinetätigkeiten,
- schnellere Bearbeitung,
- weniger Fehler und Doppelarbeit.
Dadurch bleibt mehr Zeit für Bürgerkontakt und Facharbeit.
👉 Digitalisierung ersetzt keine Menschen – sie entlastet sie.
„Der Vergleich mit anderen Kommunen ist nicht übertragbar.“
Der Antrag fordert geeignete Vergleichsstädte:
- ähnliche Größe,
- ähnliche Aufgabenstruktur,
- vergleichbare Finanzlage.
Es geht nicht um 1-zu-1-Übernahme, sondern um:
- Orientierung,
- realistische Benchmarks,
- Lernen aus Erfolgen und Fehlern.
👉 Vergleiche sind kein Zwang, sondern eine Entscheidungshilfe.
„Der Personalrat wird hier übergangen.“
Im Gegenteil: Der Antrag schreibt die Einbindung des Personalrats ausdrücklich fest.
Transparenz und Beteiligung sind zentrale Bestandteile.
Frühzeitige Einbindung verhindert Konflikte und stärkt Akzeptanz.
👉 Beteiligung ist kein Risiko – sie ist Voraussetzung für Erfolg.
„Warum ein Horizont bis 2035?“
Personalentwicklung ist langfristig:
- Altersstruktur,
- Nachwuchsgewinnung,
- Qualifizierung.
Ein langer Zeithorizont:
- vermeidet hektische Einschnitte,
- ermöglicht vorausschauende Planung,
- schafft Sicherheit für Beschäftigte.
👉 Langfristige Planung ist sozialer und effizienter als kurzfristiger Aktionismus.
Neueste Kommentare